Besser Klettern FAQs

In better climbing by Udo Neumann

Klimmzüge-Kletterleistung

« am: Januar 22, 2007, 10:24:26 »

Für mich stellt sich die Frage ob nicht zumindest ein kleiner Zusammenhang zwischen max.Anzahl Klimmzüge (z.b. etwa Schulterbreit, Daumen nach Innen zeigend) und Kletterleistung (onsight, rotpunkt oder was auch immer) besteht. Als ich las,dass der Ralph vom Kletterexperiment 9 Klimmzüge bei RP etwa 8 UIAA macht, war ich überrascht, dass es nicht mehr sind. (Tippfehler?!) Also, wieviele Klimmzüge machen die Lamas und Sharmas und der Rest der Kletterwelt? Vielleicht könnt ihr mal eure Zahlen rausrücken…. Viel Spaß beim Klettern!

Re: Klimmzüge-Kletterleistung
« Antwort #1 am: Januar 24, 2007, 11:40:40 »

Je nachdem was es zum Frühstück gab, ob ich vorher auf der Hütte war usw.  -schaffe ich +/- 30 Klimmzüge. Auch macht es einen Unterschied ob gerade die Wintersaison´oder die Sommersaison ausklingt… Klettertechnisch liege ich so bei RP 8-/8. Allerdings glaube ich nicht das es zwischen max. Klimmzugleistung und Rotpunkt (-und schon gar nicht On-Sight-Leistung) einen kausalen Zusammenhang gibt! Da gibt es doch viel zu viele andere Faktoren die da noch eine entscheidende Rolle spielen! Bestes Beispiel sind alle guten Kletterinnen- ich glaube die wenigsten von denen pumpen wie die Verrückten Klimmzüge -die Wände kommen sie trotzdem hoch! Meine Meinung…!

Re: Klimmzüge-Kletterleistung
« Antwort #2 am: Januar 24, 2007, 06:30:03 »

Haben wir schon die ersten Zahlen, sehr schön  Natürlich ist mir klar, dass die Rechnung „sag mir wieviele Klimmzüge du machst und ich sag dir deine Kletterleistung“ nicht so ganz aufgeht, trotzdem glaub ich entstehen Zusammenhänge auch wenn jemand z.B. nie Klimmzüge trainiert. Ich glaub auch, dass Klimmzugtraining früher sehr populär war unter Kletterern, weil’s einfach den Anschein hat, man trainiert Kletterspezifisch. Heutzutage redet keiner mehr von Klimmzügen, schon eher vom Campusboard, obwohl das ganz was anderes ist. Weiß ich natürlich schon… Trotzdem, deine Angaben find ich sehr interesant. 30 Klimmzüge ist schon eine nette Menge. Ich kletter in der Halle onsight 7 UIAA und mach maximal 12 Klimmzüge . Würd schon gern mehr schaffen, solange es nicht meiner Kletterleistung verschlechtert

Re: Klimmzüge-Kletterleistung
« Antwort #3 am: Januar 24, 2007, 06:32:11 »

Ein paar Gedanken dazu:

„Bringt der einarmige Klimmzug etwas?
Auf Partys schon! 2007 sind solche Sachen aber eher ein Relikt aus Zeiten wo Kletterer noch breitschuldrig mit spindeldürren Beinchen waren. Auf die Oberkörperkraft bezogen waren diese Kletterer viel stärker als die heutigen Kletterer die mit dem ganzen Körper klettern.
Das Thema Klimmzüge scheint noch durch die Köpfe vieler Kletterer zu geistern. „… würde mich interesieren ob eben wenigstens ein kleiner Zusammenhang zw. max Klimmzugzahl und Kletterleistung besteht. Wieviel Klimmzüge macht ein David Lama?“
Zu David Lama ist zu sagen, dass auf seinem Niveau Klimmzüge die Wichtigkeit haben wie für Lance Armstrong das Freihändigfahren. Das ist für Radrennfahrer auch sehr wichtig, wenn sie es aber einmal draufhaben ist es uninteressant ob sie es 10 oder 25 Kilometer können. Wenn du als Jungmann um die 30 korrekte Klimmzüge schaffst, kannst du dich in diesem Bereich als völlig austrainiert fühlen. Ich hab ein ungutes Gefühl was die Klimmzüge aus deinem Bewegungsmuster machen. Klimmzüge enden mit dem KSP zwischen deinen Händen. Du kannst mit keinem der beiden Hände hochgreifen. Dieses Bewegungsmuster durch zu viele Klimmzüge einzuschleifen kann nicht gut sein! Da halte ich vom Strickleiter hangeln schon viel mehr!“

Re: Klimmzüge-Kletterleistung
« Antwort #4 am: Januar 27, 2007, 11:59:16 »

Hab das Relikt Klimmzug auch deswegen wieder ausgegraben, weil ich im Moment keine gute Infrastruktur für’s klettern hab, aber trotzdem trainieren möchte. Komm nur noch rund einmal pro Woche in die Halle, aber könnte öfter ins Fitnessstudio gehen. Leider haben die kein Campusboard oder Strickleitern…Trainiere erfolgreich meine Rumpfkraft aber suche noch etwas für die Arme und nachdem ich nicht mit Hanteln sondern meinem eigenen Körpergewicht trainieren möchte hab ich Klimmzüge ins Training eingebaut. Werd euch berichten ob die Klimmzüge mein Bewegungsmuster zerstören…

Re: Klimmzüge-Kletterleistung
« Antwort #5 am: Januar 27, 2007, 04:40:06 »

Genau kann ich nicht sagen wie es um mein Bewegungsmuster steht, aber da ich relativ viel bouldere mache ich mir da eigentlich keine Sorgen! Müsste natürlich ein Aussenstehender beurteilen… Aber trainiere auch nicht isoliert Klimmzüge- höchstens mal an der Strickleiter (wie du schon gesagt hast) und auch am Campusboard! Ausserdem bin ich hauptsächlich in der Sächsischen unterwegs- da kommt man mit Brachialgewalt eh nicht weit…

Re: Klimmzüge-Kletterleistung
« Antwort #6 am: Februar 06, 2007, 11:56:51 »

moin zusammen
hab in sachen klimmzüge folgende erfahrung gemacht: nach 10 monatiger verletzungspause schaffe ich grad mal wieder so saubere 2 mal 6 klimmzüge, das ist aber echt schon anstrengend (und wirklich nicht viel). beim klettern, oder eher bouldern, macht sich diese schwäche momentan bemerkbar, wenn ich versuche griffe weit durchzuziehen und zu blockieren- das geht einfach nicht.
teilweise kann ich dieses kraftmanko (was vielleicht, bzw. definitiv auch nicht verkehrt ist) durch mehr oder weniger einfaches hinwippen und mich lang machen zu den griffen umgehen; ich bin also gezwungen, meinen alten kletterstil noch mal neu zu durchdenken.
mein fazit daraus ist, das es für bestimmte harte, zu blockierende züge hilfreich ist, starke arme (bestimmt auch durch blockierübungen bei klimmzügen)zu haben. aber die technik ist echt superwichtiger- beides in high end kombination ist dann denk ich ne gute grundvoraussetzung um ordentlich was zu ziehen.
grüsse sven
 

Re: Klimmzüge-Kletterleistung
« Antwort #7 am: Juni 01, 2007, 10:10:59 »

alles interesante argumente, naja also meine buddys klettern locker 5.12a und mehr, und die schafen denke ich so 30, obwohl sie einmal pro woche auf dem simulator trainieren.

ich schafs gerade mal auf 5.11c schaf aber nicht mehr als 10 klimm zuge, und umm die wahrheit zu sagen ich fuele nicht das klimmzuge mir witerhelfen
 

Re: Klimmzüge-Kletterleistung
« Antwort #8 am: September 14, 2007, 12:32:17 »

Is ja alles ganz interessant, aber ich glaube, wenn man Klettert und trainiert, dann sollten Klimmzüge doch kein Problem sein oder?
Ich meine wenn ich schon in die Bolderhalle gehe, oder am Fingerboard trainiere, kann ich doch zum Abschluss des „Trainings“ ein paar Klimmzüge machen…
  

Re: Klimmzüge-Kletterleistung
« Antwort #9 am: September 25, 2007, 01:18:35 »

Da muss ich Udo absolut recht geben. Wolfgang, Kurt, Ben und die Jungs von „damals“ waren einfach Gozillamässig drauf was Oberkörperkraft anbelangt und haben dementsprechend auch Klimmzüge wie blöd gemacht.

Ich klettere im Vorsteig RP 8A und onsighte 7b.
Beim bouldern bin ich etwa bei 7B+. Ich klettere seit 3 Jahren und trainiere spezifisch seit 2 Jahren. So genug von mir and back to the Topic:
Ich mache 10 – 15 Klimmzüge am Stück ,dann bin ich fertig.
Je nach Kletterstil ist es also mehr oder weniger vergleichbar wie Klimmzüge und Leistung zusammenhangen.
Ein Dani Andrada klettert stark mit den Armen (was nicht heisst das der Junge keine Technik hat, habe ihn in Siurana erlebt) ein Graham hingegen hat ein riesen Körpergefühl und Technik für 4 Personen (siehe Interview auf dieser Page, oder im neusten Klettern).

Lange Rede, kurzer Sinn: Kraft zu haben ist nie schlecht, aber die Anzahl Klimmzüge lassen sich nicht direkt vergleichen mit deiner Leistung.

Zum Schluss noch ein Zitat von Fred Rouhling: „Über Kraft spricht man nicht, die hat man einfach“

So: ROCK ON AND ENJOY LIVE

Re: Klimmzüge-Kletterleistung
« Antwort #10 am: Oktober 23, 2007, 08:15:04 »

Jo, muss sagen, dass der letzte Beitrag am ehesten meine Meinung wiedergegeben hat. Ich klettere RP 8-/8 und bin ebenfalls nach 10-15 Klimmzügen platt (je nach Tagesform).
Ich bin relativ leicht und hatte nie das Gefühl, dass ich eine bessere Blockierkraft durch mehr Klimmzüge erreiche. Natürlich braucht man Kraft um zu blockieren, jedoch habe ich bei mir festgestellt, dass die Kraft die durchs Klettern selbst kommt dazu meist ausreicht.
Und ich komme aus dem Frankenjura wo man mit Kraft in der Regel schon recht viel erreichen kann. Ich bin jedoch der Meinung, dass zu viel Kraft dich eher daran hindert weiter zu kommen. Wenn man bestimmte Züge ohne die nötige Kraft lernt und während man an den Zügen wächst die Kraft von alleine kommt habe ich persönlich hinteher mehr davon. Und man bekommt nicht so leicht Sehnenprobleme beim Klettern, da das Kraftverhältniss im Vergleich zu dem was man klettert wesentlich ökonomischer ist.
Ich habe als Kind durch meine Eltern das Klettern angefangen, jedoch nie so richtig ernsthaft betrieben (das heißt meist nur toprope) und habe im alter von 12 Jahren damit aufgehört und vor 1 Jahr und 2 Monaten wieder angefangen und gleich fanatisch losgelegt, weil es mich wieder gepackt hat. Ich habe zu schnell Kraft aufgebaut und habe jetz noch manchmal mit der ein oder anderen Sehne zu kämpfen. Seit dem habe ich eine gewisse Abneigung dagegen Routen mit Kraft hochkommen zu wollen..und es hat mich eher zurückgeworfen anstatt vorwärts gebracht, da ich längere Zeit nicht das klettern konnte was ich eigentlich hoch gekommen wäre.